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unpolitisch: Medienkompetenz
Zuerst einmal, das Netz ist nicht Böse!
Aber es gibt dort die eine oder andere Klippe der man ausweichen sollte. Kinder bedürfen, je nach persönlicher Entwicklung, einen individuellen Schutz. Dieser kann nur durch die Erziehungsberichtigen gewährleistet werden. Da helfen keine Gesetze oder staatliche Eingriffe. Die Politik kann hier nur die Rahmenbedingungen schaffen die dann durch Eltern, Kindergärten und Schulen entsprechend ausgefüllt werden müssen.
Der zweite zentrale Punkt ist das Medienkompetenz nicht auf Bäumen wächst und viele der beteiligten Personen selber erhebliche Defizite haben. Wie kann ich mein Kind anleiten wenn ich selber keine Vorstellung habe was Medienkompetenz bedeutet und wie das Netz funktioniert?
Wie definiert sich Medienkompetenz?
Ich versuche es mal einfach und ohne wissenschaftlichen Anspruch. Medienkompetenz gliedert sich in funktionale Fähigkeiten ein Medium zu bedienen und in den Bereich den Inhalt der Information zu erfassen. Danach ist es erst möglich die so gewonnenen Informationen mit vorhandenen Informationen aus dem Erfahrungsschatz zu kombinieren und sich seine eigene Meinung zu bilden. Erst wenn alle diese Faktoren zusammen spielen habe ich einen Nutzen aus dem Medium gezogen.
Ich kann in diesem Artikel leider keine Rezepte liefern wie werde ich zum Kompetenzberater. Das ist aber auch nicht notwendig. Ich kann hier nur an einigen kleinen Beispielen zeigen welche Klippen es im Netz gibt und wie man diesen gekonnt ausweicht.
Kinder gehen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Medien unbefangen um und lernen von ihren Vorbildern deren Benutzung durch einfaches Nachahmen. Ein Kind wird lesen wenn ich lese aber es wird sich vor dem Fernsehen setzen wenn es dort schon als Kleinkind geparkt wird. Wenn ich mit meinem Kind einen Fernsehsendung vorher auswähle und wir es gemeinsam danach ansehen gibt es auch kein Problem wenn der Fernseher wieder abgeschaltet wird.
Lese ich mit meinem Kind die Tageszeitung, wird das Kind sich bald selber die Zeitung nehmen und diese lesen. Genauso wird es den Umgang mit dem Telefon erlernen und es lernt schnell.
Die erste interaktive Klippe ist schon in Sicht, das Telefon kann durch falschen oder unbedachten Gebrauch hohe Kosten erzeugen und auch hier können persönliche Informationen in die falschen Hände gelangen. Denn ich muss dort auch nicht jeden dahergelaufenen Anrufer persönliche Informationen geben. Ok, jetzt sagen viele, ich würde doch niemals am Telefon jemanden meine Daten geben. Doch das machen viele, denn auch dort gibt es Umfragen die zu Profilen zusammengestellt werden. Die Zeitschriften und Zeitungen haben als Klippe die Gewinnspiele und Rätsel.
Nun kommt der PC und das Internet als das zentrale Arbeits- und Freizeitier ins Spiel. Hier gibt es eine neue Gefahr die Eltern sind meistens nicht ausreichend mit den Möglichkeiten dieser Technik vertraut.
Ich möchte an dieser Stelle auf einige grundlegenden Verhaltensweisen im Netz verweisen, die nicht nur für Kinder gelten sollten.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über folgende Themen!
- Kinder sollten wissen, dass sie ihre persönlichen Daten, wie ihren vollständigen Namen, ihre Adresse, ihre Telefonnummer etc. nicht an fremde Personen, die sie gerade im Netz kennen gelernt haben, weitergeben sollen. Sie können nie wissen, wer sich wirklich hinter "der neuen Freundin" oder "dem neuen Freund" verbirgt und ob diese ihnen nur Gutes wollen.
- Ihre Kinder sollten Ihnen grundsätzlich alle Formulare oder Felder, in denen ihre Daten eingetragen werden sollen, vor dem Ausfüllen zeigen, damit Sie sich anschauen können, wozu diese Angaben dienen. Den Kindern sollte deutlich gemacht werden, dass es Firmen gibt, die mit dem Weiterverkauf von Daten Geld verdienen und nur deshalb ihre Adresse und weitere Informationen haben möchten.
- Bevor Ihre Kinder sich etwas aus dem Internet herunterladen, sollten sie am besten immer Sie bzw. andere Erwachsene ihres Vertrauens fragen, ob das in Ordnung ist. Kinder können oftmals noch nicht überblicken, wie lange manche Dateien brauchen, bis sie heruntergeladen sind. Außerdem ist es trotz größter Sicherheitsvorkehrungen möglich, dass durch das Herunterladen Schadprogramme auf ihren Rechner gelangen können, die Dateien zerstören oder vertrauliche Daten an Kriminelle weiterleiten.
- Wenn sich Menschen, die Ihre Kinder über das Internet kennen gelernt haben, mit diesen treffen wollen, sollten Sie sie zum ersten Treffen auf jeden Fall unbedingt begleiten oder einen anderen erwachsenen Menschen Ihres Vertrauens mitschicken.
- Sie sollten Ihren Kindern erklären, dass sie immer zu Ihnen kommen können, wenn sie im Internet auf etwas gestoßen sind, dass ihnen Angst macht oder das sie nicht verstehen. Schauen Sie sich die Inhalte genau an, die Ihre Kinder ängstigen und reden Sie mit ihnen darüber.
- Wichtig ist auch, dass im Netz und besonders auf Kinderseiten eine sogenannte "Netiquette" herrscht. Das bedeutet, dass die Regeln, die im realen Miteinander gelten, auch im Netz eingehalten werden sollen. Auch bei uns soll niemand beschimpft, beleidigt, bedroht oder verängstigt werden. Dafür werden wir einerseits durch unsere Seitenbetreuung Sorge tragen, sind aber andererseits auch auf Ihre Hilfe und den guten Willen der Kinder angewiesen.
Alle diese oben angesprochenen Themen können auch auf die alten Medien übertragen werden, nur vergessen leider zu viele im Netz wie sie sich im offline Modus Verhalten würden.
Dazu kommt noch eine guter Portion Fachwissen, denn das Netz lebt mit offenen Protokollen, dies macht es auf der einen Seite so einfach und Anwender freundlich birgt auf der anderen Seite aber die Gefahr das Kommunikation nicht privat ist.
Als Beispiel die eMail, diese wird unverschlüsselt und für jeden lesbar versendet. Man kann Absenderadressen verschleiern oder fälschen. Die Kommunikation zwischen dem PC und dem Mailserver, also das anmelden ist bei den meisten Programmen in der Grundkonfiguration unverschlüsselt. Diese Mängel können aber recht einfach durch entsprechende Einstellungen oder beim Inhalt durch zusätzliche Tools umgangen werden. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.
Der nächste kritische Punkt ist der Virenschutz, jeder am Netz angeschlossene Rechner sollte ein aktuellen Virenschutz haben der mindestens täglich aktualisiert wird. Solche Tools gibt es für den privaten Anwender kostenlos.
Der letzte Punkt ist der Zugang zum Netz, dieser sollte nach Möglichkeit mit einer Firewall geschützt sein. Diese Firewall muss nur die zwingend notwendigen Ports in das Netz öffnen, leider hat Windows hier auch eine falsche Grundeinstellung, denn dort werden erst einmal alle erdenklichen Ports geöffnet. Diese ist zwar in einem Heimnetz hervorragend um einfach und ohne Hintergrundwissen das eigene Netz zu bauen, liefert aber beim Anschluss an das öffentliche Netz eine nicht zu unterschätzende Angriffsfläche.
Ich hoffe das ich mit diesem Artikel etwas zur Steigerung der Medienkompetenz beitragen konnte.
Die nächsten Artikel zu diesem Thema werden bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.
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